Air Defender 23



(c) Bundeswehr/Marco Parge
(c) Bundeswehr/Marco Parge

Am 12. Juni 2023 startete mit "Air Defender" eine der größten Übungen in der Geschichte der NATO seit Ende des kalten Krieges. Ziel der Übung ist es, die schnelle Verlegung von Luftstreitkräften (v.a. der US air Force) sowie die Integration der teilnehmenden Kräfte zu trainieren und auszubauen. Das Übungs-Szenario basiert einem NATO-Artikel-5 Bündnisfalles. Insgesamt werden rund 10.000 Soldaten und Soldatinnen, sowie 250 Flugzeuge an dieser Übung beteiligt sein. Den Großteil davon stellt die US Air National Guard. Bereits in den Wochen vor der Übung machten sich rund 100 Luftfahrzeuge aus 42 US-Bundesstaaten auf den Weg über den Atlantik. Zu den Hauptstandorten während der Übung gehören Jagel, Hohn, Wunstorf und Lechfeld sowie Spangdahlem, Volkel(NL) und Čáslav (CZ). Neben den Vereinigten Staaten nahmen auch folgende Länder an der Übung teil: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und auch Japan nahm als Beobachter teil.

(C)Bundeswehr/Christian Timmig
(C)Bundeswehr/Christian Timmig

Mit einem gemeinsamen Flug machten sich die Übungsteilnehmer am ersten Übungstag zunächst mit den Übungslufträumen, den Fliegerhorsten und Ausweichflughäfen vertraut. Auch gab es anders als  von anderen Großübungen bekannt, nicht die gebündelten großen Start- und Landephasen, sondern die sogenannten Angriffs Pakete in verschiedene Lufträume wie Nord (abends), Süd (mittags) und Ost (vormittags). Desweiteren gab es tägliche Missionen ins Baltikum sowie in die östlichen NATO Staaten. Im folgenden Video verweist Generalleutnant Ingo Gerhartz auf die Herausforderungen, die eine solche Übung mit sich bringt.




Während Air Defender wurde jedoch nicht nur in der Luft trainiert, sondern auch am Boden. So wurde zum Beispiel der Aufbau und Betrieb von forward arming and refueling points, sogenannte FARP's trainiert. Diese sind Versorgungspunkte, welche meist näher an den Operationsgebieten liegen und somit die turnaround Zeit deutlich verkürzen. Aber auch das kurzzeitige Verlegen von kleineren Einheiten auf andere Standorte wurde während der zwei Wochen trainiert. So verlegten immer wieder Jets von den Hauptstandorten Hohn und Jagel z.b. nach Litauen, Estland oder auch nach Lechfeld. 


Video by Tech. Sgt. Andrew Schumann, 127th Wing Public Affairs


Die Standorte...

Der Logistik Hub , Wunstorf

Genneralleutnant Ingo Gerhartz erläutert die bedeutung des standortes Wunstorf für die übung Air Defender



Eagles and the US Navy - Fliegerhorst Hohn ETNH

Der Fliegerhorst Hohn war während Air Defender Heimat, für F-15C s aus Louisiana und Massachusetts, F-18C der finnischen Luftwaffe sowie für die Teilnehmer des Carrier Air Wing 8 der USS Gerald R. Ford 


Warthogs, Vipers and Co. - Jagel ETNS

Als zweiter Haupteinsatzplatz war Jagel Heimat für eine Vielzahl an Einheiten während Air Defender, so flogen von hier aus, neben den Deutschen Tornados, F-16 der Air National Guard aus Colorado und South Dakota, A-10C aus Maryland und Michigan, Saab Gripen der ungarischen Luftwaffe aus Kesckemet und F-16 der türkischen Luftwaffe aus Merzifon. Während der Übung besuchten auch viele Vertreter aus der Politik sowie der NATO Jagel.


Taskforce South - Lechfeld [ETSL], Neuburg [ETSN]

Während der Übung kommt auch dem Fliegerhorst Lechfeld eine Rolle zu. Als einer der südlichsten Fliegerhorste der Luftwaffe wird er zur vorübergehenden Heimat von rund 340 Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie 6 A-10C des 124th Fighter Wing der Idaho Air National Guard und 3 F-16C der 347 Mira der griechischen Luftwaffe. Bereits in den beiden Wochen vor der Übung landeten die ersten Transportmaschinen und brachten Personal sowie Material mit, zwischen Stopps in Kanada und Großbritannien erreichten auch die A-10 in der Woche vor der Übung ihr Ziel im bayrischen Lechfeld. Auch die Luftwaffe verlegte 4 H145 von Laupheim aufs Lechfeld. Und auch das in Neuburg beheimatet Taktische-Luftwaffen Geschwader 74 nahm gemeinsam mit der spanischen Luftwaffe an der Übung teil. 







Resümee des Generalinspekteurs der Luftwaffe ,Generalleutnant Ingo Gerhartz


Text: Robin Manhart, Peter Stierhof Fotos: Robin Manhart, Peter Stierhof, Bundeswehr, DVIDS Videos: Martin Bender, DVIDS, Bundeswehr

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